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262-6103 Szenische Lesung aus "Wenn spielt der Harder Tull" von Heinrich Peuckmann *

Wenn ich Unrecht in einem unrecht Staat begehe, bleibt es Unrecht

Otto (Tull) Harder und Asbjørn Halvorsen gehörten zu den prägenden Fußballspielern des Hamburger SV. Gemeinsam feierten sie 1923 die deutsche Fußballmeisterschaft. Zu Beginn ihrer Zeit beim HSV galten sie als enge Freunde und bildeten neun Jahre lang die erfolgreiche Mittelachse der Mannschaft. Harder spielte als Mittelstürmer, Halvorsen als Mittelläufer.

Doch ihre Lebenswege entwickelten sich völlig unterschiedlich. Kurz nach seinem Abschied vom HSV trat Tull Harder 1932 der NSDAP bei. Ein Jahr später wurde er Mitglied der SS und machte dort Karriere. Während des Zweiten Weltkriegs war er schließlich Kommandant der KZ-Außenstelle Ahlem des Konzentrationslagers Neuengamme.

Auch Asbjørn Halvorsen taucht in Neuengamme auf – jedoch als Häftling. In den 1930er Jahren hatte er die norwegische Nationalmannschaft trainiert und führte sie zu einem der größten Erfolge ihrer Geschichte: dem Sieg über Deutschland bei den Olympischen Spielen 1936, der als die schmerzlichste Fußballniederlage des nationalsozialistischen Deutschlands gilt. Nach dem deutschen Überfall auf Norwegen wurde Halvorsen 1942 von der Gestapo verhaftet. Sein Leidensweg führte ihn durch mehrere Konzentrationslager, darunter auch das KZ Neuengamme.

Das Stück erzählt von fiktiven Gesprächen zwischen Harder und Halvorsen – sowohl während der Zeit im Konzentrationslager als auch nach dem Krieg. Das dargestellte Gerichtsverfahren und das auf dem historischen Urteil beruhende Ende machen deutlich, wie wenig Einsicht Tull Harder in seine Rolle und seine Taten während der NS-Herrschaft zeigte. Die Geschichte verdeutlicht, wie schnell Menschen staatliches Unrecht als selbstverständlich akzeptieren, sich daran beteiligen und später nicht erkennen oder nicht eingestehen, dass sie Unrecht unterstützt haben. Es regt dazu an, über persönliche Verantwortung, moralischen Mut und die Gefahren nachzudenken, wenn eine Gesellschaft Unrecht als Recht hinnimmt.


Das Stück stammt aus der Feder des 2023 verstorbenen Kamener Schriftstellers Heinrich Peuckmann. An der Lesung wirken u.a. folgende Kamener Personen mit:

Bernhard Büscher (Autor), Daniel Heidler (SPD), Ralf Eisenhardt (CDU), Mubeen Kishani (Autor).


Der Eintritt ist kostenlos. Einlass ist ab 17.30 Uhr, die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr.

Kursort

Kamen, Haus der Bildung - Vortragsraum

Bergstr. 13
59174 Kamen


Termine

Datum
1. Termin am 07.11.2026
Uhrzeit
18:00 - 21:00 Uhr
Ort
Ort: Bergstr. 13, Haus der Bildung, Vortragsraum